Clara S. Rueprich's video 'condition M', documents a training exercise with a keeper and his hunting dogs. A trail of meat lies outside the dogs' kennels. Marked with an 'M' on their flanks, the hounds waiting hungrily inside can see the meat and become excited and agitated in their wait, but the keeper prevents them from leaving. When finally allowed to leave, the keeper cracks his whip and the dogs obediently hold back from devouring the meat. The dogs are incredibly patient, and when they are allowed to feed, they do so with great energy and delight. This remarkable film, shot from a single viewpoint, explores the close relationship between the keeper and dogs / human and animal, but also raises certain ethical questions about the mechanisms of control used to restrain these hounds which are bred to seek, hunt and kill.
(Emma Dean)

Condition M captures a pack of hounds being shown meat, initially prevented from eating, then being allowed to feed by their keeper. These dogs have been fully trained, thus each bears a branded M on their flank, yet the rules of the interaction between keeper and dogs seem paradoxical. The interaction is not modelled on a human relationship but the dynamics of animal packs; the dogs respond to the control, generosity and cruelty of their master in a theatrical exchange that is both impressive and disconcerting.
(Aoife Rosenmeyer)


Zu einem reinschwarzen Bild hört man anfangs Hundegebell. Dann zeigt die in nur einer einzigen Einstellung verharrende Kamera den Blick in einen grauen, an ein Gefängnis erinnernden, fensterlosen Raum. Auf dem Steinboden liegt horizontal eine penibel arrangierte Linie aus rohen Fleischstücken. Komplementär dazu ist weiter hinten in den Raum vertikal eine flaschengrün gestrichene Tür gesetzt. Für kurze Zeit herrscht ein Moment der Stille.

Jagdhunde erscheinen an der Tür und werden gleich wieder gezüchtigt und zurückgetrieben. Das Kläffen, Jaulen und Bellen der Hunde wechselt mit verbalen Befehlen des Mannes, dazwischen ist das Knallen der Peitsche zu hören. Die Handlung wiederholt sich. Die Meute dringt weiter in den Raum, ein Jagdhund schafft es bis zur Linie, holt sich einen Brocken Fleisch um ihn im nächsten Moment bei erneuter Disziplinierung durch Mensch und Peitsche wieder fallen zu lassen. Der Betrachter spürt vieles: die Angst des Hundes, die unterschwellige Gewalt, auch den Trieb der Hunde, fressen zu wollen und nicht zu dürfen. Das aus dem Maul gefallene Fleischstück wird von dem 'Züchtiger' mit dem Fuß peinlich genau wieder in die Linie eingeordnet.

Die Horde der Jagdhunde drängt noch einmal durch die Tür, gebremst und gierig zugleich streben die Tiere zum Fressen. Die Erlaubnis wird erteilt, und wie Schweine am Trog reihen sich die Hunde an der Linie zum Fressen auf. Ein auf die Flanke der Tiere eingebranntes M verweist auf den Titel und die Zugehörigkeit zum 'erwünschten Zustand'. Es geht um das Brechen des Willens des Untergebenen. Subtil werden Macht, Ohnmacht und die Insignien der Macht thematisiert. Der Betrachter überträgt automatisch das Bild der Tierkonditionierung auf die Menschen.

Die streng durchdachte, stark reduzierte und in sich stimmige Komposition von Bild und Raum haben die Jury für dieses Werk ebenso eingenommen wie der gesellschaftskritische Ansatz und die hohe Emotionalität dieses Werkes, das einen in beklemmender Stimmung zurücklässt.

(Jury 13. Video Award of Skulpturenmuseum Marl, Germany)

  • Dimensions: Video/ DV-Pal / colour/sound / 3:53 min.
  • Artforms: Film & video
  • Tags: Photography